Phänomen Nebelscheinwerfer
Posted by Mark | Posted in Fremde Kulturen, Off-topic | Posted on 04-02-2010
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Punkt 7:00 Uhr Morgens. Ich verlasse das Haus mehr schlafend als wach in Richtung Garage und steige in meinen Wagen. Die Musik drehe ich schön laut, damit man dem lebenden Zustand zumindest etwas näher kommt. An der ersten Kreuzung ärgere ich mich über einen Wagen der noch knapp vor mir auf die Fahrbahn zieht, wie ich es immer tue, wenn jemand meint sich noch vor mich drängeln zu müssen, vor allem bei diesem Wetter. Denn gerade als ich mich wieder beruhigt habe, setzt der Golffahrer seinen Weg mit gemütlichen 35 km/h auf gerader Strecke fort. Da hat es wohl jemand nicht sehr eillig. Der Gegenverkehr lässt ein Überhohlen erst nach einer gefühlten halben Stunde zu, zudem ist es theoretisch gesehen immer noch glatt. Nach dem Einscheren fällt es mir beim routinemäßigen Blick in den Rückspiegel dann wieder einmal wie Schuppen von den Augen: Alte Golf-Möhre, behelsmäßig “aufgetuned” wenn man es denn so nennen mag, nimmt kaum dass ich vorbei bin die Verfolgung auf und schiebt mir dabei seine eingeschalteten Nebelscheinwerfer praktisch in den Kofferraum.
Heute Morgen hat es sich mal wieder bestätigt: Allwetter-Nebelscheinwerfer-Fahrer gehen mir und tausend anderen völlig zurecht ganz gepflegt auf die Nerven. Mal ganz ehrlich, was soll das? Verbessert man dadurch die Sichtverhältnisse so enorm? Kann man eisige Fahrbahnen so besser erkennen? Erfüllt das irgendeinen Zweck bei völlig klarer Sicht? Wohl eher nicht. Vielmehr ist das NSW-Cruisen (Achtung: Wortschöpfung!) wohl das “laute Musik mit dem Handy hören” des Straßenverkehrs. Denn wenn man schon geistig ausgedünnt ist, sucht man scheinbar zusätzlich immer noch nach Möglichkeiten das möglichst gut seiner Umwelt zu präsentieren.
Ist der Allwetter-Nebelscheinwerfer also eine Trottel-Indikator?
Nun, rein wissenschaftlich betrachtet gibt es da zu viele Unbekannte in dieser Aufstellung. Aufgrund meiner momentanen Gemütslage fühle ich mich aber absolut legitimiert zu behaupten: Ja, es ist so! Gerade das Fahrverhalten und die Art der Fahrzeuge bestätigen mich immer wieder in dieser Aussage. Wobei es beim Fahrzeugtyp wohl 3 Unterscheidungen gibt:
- Schrottkarre mit Nebelscheinwerfer: Ich versuche die Optik wenigstens noch ein bisschen aufzuwerten
- Aufgemotzte Schrottkarre mit Nebelscheinwerfer: Zu nem besseren Wagen hats nich gereicht
- Nobelkarre mit Nebelscheinwerfer: Eure Armut kotzt mich an!
Alle 3 sind nicht gerade beneidenswert und verdienen, wenns nach mir ginge, den Ausschluss aus dem Straßenverkehr. Geht es aber leider nicht. Deshalb werden uns diese bemitleidenswerten Artgenossen wohl noch das ein oder andere Mal den letzten Nerv rauben, bevor sie dank ihrer überragenden Fahrkünste ihre Schüssel zu Schrott fahren dürfen. Ich bin trotzdem bei der Arbeit angekommen, und das ist ja schließlich die Hauptsache, wenn auch mit leicht angebeulter Laune.


Wahnsinn, wie schön du dich darüber immer aufregen kannst. Jedes Mal ein Fest
Tjaja, irgendwas ist immer
Ganz beliebt sind auch die Nutzer der Nebelschlussleuchte, wenn man statt 3 km nur noch 2,5 km weit gucken kann und der Nebel nur zu erahnen ist. Und die sind dann meist noch ziemlich beratungsresistent.
Ich gebe es zu: Ich bin süchtig nach meine NSW !