Pokertisch Eigenbau

Part 1 – Planung


Wie im Vorpost von Gestern bereits angekündigt, habe ich es mir zum Ziel gesetzt in meinem Urlaub, der übrigens heute begonnen hat, mit dem Bau eines Pokertisch zu beginnen. Auf die Idee brachte mich dazu ein Thread im pokern.com-Forum von Andi. Allerdings baue ich nicht auch das Tischgrundgerüst selber, sondern nutze dafür einen alten 6 Ecker, den ich noch rumstehen habe. Diesen hier:

Pokertisch
 

Ausgehend von dessen Maßen und der Anleitung im Forum, hab ich meine Pläne gemacht und mich nach einer Möglichkeit umgesehen, diese passend zu visualisieren. Also AutoCAD 2010 rausgekramt und ohne Vorkenntnisse eben schnell entsprechende Zeichnungen erstellt (harr harr, ja klar..). Nunja, gut, dass es mitlerweile für alles Videoanleitungen auf Youtube gibt. Herausgekommen ist dabei dann jedenfalls dieses architektonische Meisterwerk:

Plan 1

Plan 1

Plan 2

Plan 2

Gespielt werden kann mit 8 Leuten, wobei jeder Spieler ca. 60cm Platz haben soll. Das sollte eigentlich völlig ausreichen. Die Spielfläche innen ist 1 Meter hoch und 1,65 Meter in der Breite. Die Betzone ist ein klassiches Oval in der Mitte des Tisches, das von einer 15cm breiten Racetrack umgeben ist. Das Ganze wird auf eine Grundplatte übertragen, die auf dem Tisch angebracht und vorher mit einer geeigneten Unterlage und Stoff bezogen wird. Außen herum kommt eine gepolsterte Rail, auf der man bequem die Arme ablegen kann. In dieser Rail soll ein LED-Lichtschlauch verlegt werden, der verdeckt von Plexiglas den Tisch zusätzlich beleuchten soll.

Morgen geht es dann weiter mit der Materialauswahl, Materialbeschaffung und der Ausstattung des Tisches.

 
 

Part 2 – Material


Heute kümmern wir uns um das Material, dass wir für den Pokertisch benötigen. Deshalb gibt es im Folgenden eine Aufstellung aller Sachen, die ich für den Tisch vorgesehen und gekauft habe. Also, es ging ab zum Baumarkt mit einer Einkaufsliste, auf der stand:

Holz
Da die Spielfläche gepolstert und mit Stoff bezogen werden soll, kommt die vorhandene Tischplatte nicht in Frage, sondern ein Unterbau soll diese Arbeiten erleichtern. Dafür hab ich 2 MDF-Platten von ca 1cm Dicke ausgesucht, aus der sowohl diese Unterkonstruktion, als auch die Grundfläche für den Rand gefertigt werden soll. In einem Stück mit passenden Maßen gab es diese Platten dort nicht, wäre aber mit Sicherheit von Vorteil, da man sich nerviges Geflicke in der Mitte erspart.

Außerdem besorgte ich noch 2 Sperrholz-Platten, die zusammen ca. der gleichen Fläche der MDF-Platten entsprechen, und später außen am Tisch als Verkleidung angebracht werden sollen.

Schaumstoff / Weiche Unterlage
An diesem Punkt habe ich lange hin- und her überlegt, und mir viele Sachen die es im Baumarkt gibt angesehen, bevor ich dann letztendlich eine Entscheidung gefällt habe. Die Unterlage sollte einer original Volara-Poker-Unterlage möglichst nahe kommen. Deshalb wurde es dann eine 25 x 1 Meter Rolle PE-Leichtschaum mit 2mm Stärke, wie sie auch als Trittschalldämmung für Laminatböden verwendet wird.

Plexiglas
Wie ich feststellen musste eins der schwierigsten Sachen auf der Liste, weil beim lokalen Halsabschneider kaum in geeigneter Form zu finden. Denn dies sollte ja nicht einfach durchsichtig sein, sondern leicht milchig, um das Licht weicher zu verteilen und den Blick auf die dahinterliegende Konstruktion zu verpsperren. Nach langem Suchen wurde ich aber doch noch fündig und nahm eine Hartplastik-Drehstuhlunterlage mit, die all diese Anforderungen erfüllt.

Sonstiges
Schrauben, Tacker und weiteres Holz für die Unterkonstruktion müssten an dieser Stelle ebenfalls mit eingekauft werden, wenn man sie nicht so wie ich in diesem Fall bereits ausreichend zu Hause hat. Ebenso gehört dazu übriges Equipment wie: Kreissäge, Stichsäge, Bohrmaschine, Feile und allgemeine Teile wie Hammer, Nägel, doppelseitiges Klebeband etc. pp.

Stoff / Bespannung
Im Baumarkt nicht zu bekommen, weshalb es weiterging zum lokalen Stoffhändler / Bastelladen. Für den inneren Kreis, die Betzone, habe ich mir dunkelgrünes Vlies ausgesucht, das von einem hellgrünen, robusten Stoff auf der Racetrack umgeben werden soll (fragt mich nicht mehr wie der Stoff heißt, keine Ahnung). Für die Bespannung des äußeren Tischpolters wähle ich ein tiefdunkel-grünes Nubuk-Stoffstück.

Damit sollte ich fürs erste gut ausgestattet sein und vor allem um ca. 150 Euro ärmer (Wahnsinn was Stoff kostet..). Morgen geht es weiter mit den ersten Arbeitsschritten, bis dahin!

 
 

Part 3 – Erste Schritte


So, wie versprochen geht es heute also an die ersten Arbeitsschritte auf dem Weg zum (halbwegs) professionellen Pokertisch. Dazu haben wir (ja, an dieser Stelle sei mein alter Herr lobend erwähnt, der mir bei allen Arbeitsschritten unter die Arme gegriffen hat und passenderweise auch gerade Urlaub hatte) die beiden MBF-Platten zusammengelegt und die Zeichnungen, die ich mit AutoCAD angefertigt hatte darauf übertragen. Das war relativ schnell gemacht, weshalb es zum nächsten Schritt übergehen konnte, dem Sägen. Hier schieden sich die Geister bei der Auswahl einer geeigneten Sägevorrichtung. Kreissäge oder Stichsäge, wie die runden Kanten möglichst genau hinbekommen? Im Nachhinein kann ich ganz klar sagen: Die Stichsäge eignet sich für alle Arbeiten am Besten und sollte auf keinen Fall fehlen!! Das Ganze sah dann ungefähr so aus:

Zeichnungen übertragen   Pokertisch fertig gesägt
 

Dann musste die Entscheidung gefällt werden, ob wir zuerst die Innenfläche fertigmachen, oder mit dem Rahmen beginnen wollten. Wir haben uns für die Innenfläche entschieden, was im Nachhinein betrachtet nicht ganz so schlau war. Weshalb das so war, erfahrt ihr nächsten Teil. Also ging es daran die beiden Hälften der Innenfläche jeweils zu verbinden. Begonnen haben wir mit der Betzone und diese mit 2 Flachen Eisenscheiben fixiert, damit in Zukunft kein Verrutschen mehr möglich ist. Die Eisenscheiben sind nur 2mm dick und da sowohl Betzone als auch Racetrack damit ausgestattet werden nicht weiter schlimm.

Nachdem dies geschehen war ging es ans Polstern. Wie im Materialpost beschrieben, habe ich Schaumstoff wie er auch für Trittschalldämmungen verwendet wird eingekauft. Eignet sich dafür im Großen und Ganzen sehr gut. Insgesamt haben wir 2 Lagen verwendet, also 4mm. Dies kommt meiner angestrebten Volara Pokerunterlage (die hätte 0,5mm gehabt) am Nähesten. Die erste Lage haben wir direkt auf das Holz getackert, um die zweite dann darauf mit doppelseitigem Klebeband zu befestigen. Klappt super, kein Verschieben, sitzt fest, und lässt sich leicht bespannen:

 

Danach ging es an das Bespannen selber. Also den Stoff auf passende Stücke zugeschnitten und munter drauflosgezogen. Immer zunächst an einer Seite befestigt, haben wir den Stoff zu zweit stramm gezogen und einer hat mit dem Elektrotacker sein Übriges dazugetan. Auf diese Weise haben wir ein achtbares Ergebnis erzielt und lagen auch zeitlich damit im Rahmen. Nach gut einem Tag Arbeit war die Spielfläche fertig. Hier die Bilder dazu:

   
 

Und hier die fertige Spielfäche zusammen:

 

Im nächsten Teil geht es dann mit der Rail weiter. Man darf gespannt sein.

 
 

Part 4 – Rail


In Teil 4 meines Bau-Tagebuches geht es heute um die Rail, also den äußeren, hochgestellten Ring des Pokertisches, auf dem man beim Spielen die Arme ablegt. Dafür musste ich zunächst noch einen Lichtschlauch besorgen, der beim letzten Mal nicht mit im Einkaufswagen landete. Zum Glück gabs noch weihnachtliche Überreste beim lokalen Alleshaber, aus denen ich dann einen 9 Meter LED (wichtig, wird nicht warm!) Lichtschlauch gegen Bares entführte.

Zuerst haben wir dann auch hier wieder die beiden Hälften des Rahmens mit Hilfe von Metallscheiben verbunden. Daraufhin musste der Nubuk-Stoff in passende Streifen geschnitten, vorsichtig gebügelt und bereits einseitig befestigt werden. Nach der Montage auf dem Tisch ist ein Tackern von unten ja nicht mehr ohne weiteres möglich. Zusätzlich haben wir bei der Befestigung des Stoffes an der Unterseite kleine Sperrholzleisten angebracht, die das Plexiglas später abstützen sollen. Außerdem musste die Plexiglas- und Sperrholzplatte, sowie die Keile zum Hochsetzen zugesägt werden. Plexiglas sägt man übrigens auch mit der Stichsäge und einem feinen Sägeblatt am Besten, habe ich lange rumprobiert!

Befestigung des Stoffes   Plexiglas   Sperrholz-Streifen
 

Dann ging es daran, die Abstandskeile in möglichst gleichmäßigen und für Stabilität sorgenden Abständen an der Tischplatte anzubringen. Die genaue Verteilung sieht man auf dem ersten nachfolgenden Bild. Befestigt wurde jeder mit 2 Schrauben von unten durch die Tischplatte. An diese Keile wurde dann innen der LED-Lichtschlauch angebracht. Dazu habe ich einfach jeweils 2 Nägel etwas schräg als Führüngsschiene in die Keile gehauen. In den Ecken hab ich zusätzlich an der Rückseite des Schlauches noch doppelseitiges Klebeband verwendet, damit dieser nicht mehr herausrutschen kann. Als dieser dann genau 2 mal herumgelegt wurde (Bild 2 u. 3), konnte der obere Rahmen aufmontiert werden (Bild 4). Dazu einfach mit einigen Nägeln in die Keile fixieren.

Als nächstes waren dann die Plexiglasstreifen an der Reihe. Diese wurden einfach unter den Rahmen gegen die entsprechenden dafür angebrachten Leisten gedrückt und an den Biegestellen mit winzigen Goldnägelchen befestigt. Daraufhin musste die Innenfläche, also die Spielfläche eingelegt werden. Hier kommen wir jetzt zu dem was ich in vorangegangenem Artikel schon erwähnt habe: Besser erst den Rahmen und dann die Innenfläche machen, denn diese passte nicht mehr rein. Das Plexiglas ließ sich in den Ecken nicht so stark biegen, wie die Kanten der Innenfläche es benötigt hätten. Also haben wir alle Ecken einzeln noch einmal vom Stoff befreit, angezeichnet, nachgebessert und wieder neu bespannt.

Anbringen der Keile Mit Lichtschlauch Lichtschlauch Rahmen aufsetzen
 

Danach haben wir die nun passende Spielfläche eingelegt und das Plexiglas von Außen nach Innen an der Unterseite durch Nägel mit der Spielfläche verbunden. Abschließend mussten dann nur noch die Sperrholz-Leisten als Verkleidung außen angebracht werden.

 

Und das ist der momentane Stand des Tisches, es fehlt nur noch die Polsterung und Bespannung auf der Rail, die ich sicherlich am Wochenende noch vollenden werde. Außerdem werde ich die Innenfläche noch einmal mit ein wenig Wasser und einem Bügeleisen bearbeiten, alleine um eventuell noch eine etwas größere Spannung zu erreichen. Danach sollte der Tisch voll einsatzbereit sein.

Aktueller Stand   Aktueller Stand
 
 

Part 5 – Finale


Moin! Es ist Montag, das Wochende vorbei und ich kann voller Stolz sagen: Wir haben es geschafft! Nach wirklich einigen Stunden harter Arbeit und viel Improvisation, Fluktuation und Konzentration haben mein Vater alias “Das Kreissägenmassaker” und ich es geschafft und den Pokertisch vollendet. Nach dem letzten Teil fehlte uns ja noch die Bepolsterung und Bespannung der Rail, also des äußeren Randes. Das haben wir wie folgt realisiert:

Zur Polsterung konnten wir auch hier das Dämmaterial für die Unterlage benutzen. Dieses haben wir einfach in der entsprechenden Breite einige Male übereinander geschlagen und mit Klebestreifen zusammengeklebt. Auf der Rail wurde dieses nur durch die Bespannung mit dem schon vorher an der Innenseite angebrachten Nubuk-Stoff gehalten (siehe Bilder).

Polster Rail   Polster Rail   Polster angebracht
 

An den Ecken stellte sich allerdings das Problem der aufeinander auflaufenden Stoffstreifen, welches wir durch Anbringung von Holzleisten behoben haben. Danach wurden die Stoffreste nur noch unter die Tischplatte getackert und der Tisch war fertig. Wie er vollendet aussieht seht ihr hier:

Der fertige Tisch   Der fertige Tisch   Der fertige Tisch
Der fertige Tisch   Der fertige Tisch   Der fertige Tisch
 
 

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